Information Glaukom und SLT

Was passiert bei Glaukom im Auge?

Das Auge besteht aus zwei Augenkammern, die mit Augenwasser (Kammerwasser) gefüllt sind.
Die hintere Augenkammer liegt zwischen der Augenlinse und der Regenbogenhaut (Iris), an
deren hinterem Teil, im sogenannten Ziliarkörper, das Kammerwasser gebildet wird.
Von dort fließ das Kammerwasser an der Linse vorbei, durch die Pupille und dann in die vordere
Augenkammer.
Letztlich fließt es im Kammerwinkel an der Grenze zwischen Hornhaut und Iris in ein siebartiges
Geflecht (Trabekel-Maschenwerk) und wird in den venösen Blutkreislauf weitergeleitet.
Produktion und Abfluss des Kammerwassers sind in einem Gleichgewicht und bestimmen den
Augeninnendruck. Das Kammerwasser versorgt zudem das Auge mit Nährstoffen und sorgt
auch mit für die stabile Form des Auges über den Augeninnendruck.
Der Augeninnendruck steigt an, wenn dieses Gleichgewicht gestört ist. Die Sehnervenfasern
zunehmend geschädigt. Im Verlauf zeigen sich die typischen Veränderungen beim Glaukom.

Glaukomlaserung (SLT)

Zur Senkung des Augeninnendruckes bei Glaukom und okulärer Hypertension


Bei Ihnen besteht ein Glaukom (Grüner Star) oder eine okuläre Hypertension (OHT,
erhöhter Augeninnendruck bei Glaukomverdacht).

Therapie beim Glaukom mit SLT
Der individuelle Augeninnendruck spielt also eine entscheidende Rolle als
wichtigster Risikofaktor bei der Entstehung und dem Fortschreiten der Erkrankung.
Hier setzt auch der überwiegende Teil der Therapie an, egal ob in Form von
Augentropfen oder invasiver Operation.


Mit der SLT (selektive Lasertrabekuloplastik) bieten wir Ihnen in unserer Praxis eine
einfache, hochwirksame, sichere, schmerzlose und wiederholbare Therapie zur
Senkung des Augeninnendrucks an.
Wirksam eingesetzt wird die SLT-Behandlung bei fast allen Glaukomformen inklusive okulärer
Hypertension, besonders bei erhöhtem Augeninnendruck, wenn Glaukomaugentropfen nicht vertragen werden (Allergie), ungenügend wirksam sind, aber auch als Erweiterung einer
bestehenden Therapie mit Glaukomaugentropfen.


Wie funktioniert die SLT-Behandlung?
Bei der Behandlung werden durch extrem kurze Laserimpulse geringe Energiemengen auf den Kammerwinkelbereich (Trabekelmaschenwerk) im Auge abgegeben, in dessen Folge der Augeninnendruck sinkt.


Wie Wirksam ist die SLT-Behandlung?
Mit der SLT kann bei 80-85% der Patienten je nach Ausgangsdruck eine Senkung
des Augeninnendrucks von bis zu 30% erreicht werden. Ein Erfolg der Behandlung
zeigt sich in den ersten 4-6 Wochen danach. Die Wirksamkeit lässt mit der Zeit nach,
so dass nach 1-1,5 Jahren eine erneute, wiederholte Behandlung notwendig sein
kann.


Wie ist der Ablauf der SLT-Behandlung?

Die Behandlung erfolgt meist an zwei Sitzungen je Auge. Sie dauert ca. 5-10 Minuten. Sie sollten aber für die Vor- und Nachbereitung mindestens eine Stunde einplanen.
Vor der Behandlung wird das Auge wird möglichst eng gestellt, um den Kammerwinkel optimal zu behandeln.
Glaukomaugentropfen zum Abfangen von Augendruckspitzen werden vor und nach
der Behandlung appliziert.
Für die Operation wird ein Kontaktglas auf das Auge aufgesetzt, daher wird vor dem Eingriff das Auge mit Augentropfen betäubt. Die Laserbehandlung selbst ist schmerzfrei.
Direkt nach der Behandlung erfolgt noch eine kurze Kontrolle. Postoperativ bekommen Sie entzündungshemmende Augentropfen mit, die Sie mehrmals täglich für 4-7 Tage tropfen sollen.
Am Tag nach der Behandlung ist eine Kontrolle bei uns oder Ihrem Augenarzt notwendig.


Was kostet die SLT-Behandlung?
Die Kosten für die SLT werden von der gesetzlichen und der privaten Krankenkasse
übernommen.

Welche Nebenwirkungen sind durch die SLT-Behandlung möglich?
Auch wenn die SLT als sehr sicheres Verfahren gilt, so sind die sehr seltenen
Nebenwirkungen nicht ganz auszuschließen.
Gelegentlich kann es im Verlauf zu einem frühen, vorübergehenden Augendruckanstieg kommen.
Auch eine leichte Reizung oder Entzündung kann in den ersten zwei Tagen bemerkt werden.
Viel seltener können Hornhautschäden, Blutungen, vordere Synechien, langfristige
Augendruckentgleisungen, Hornhautödeme, starke Entzündungen (Iritis) oder Netzhautprobleme (z.B. Anschwellen der Netzhaut) auftreten.
Plötzliche und massive Veränderungen, zum Beispiel mit Sehverschlechterung und
gegebenenfalls zusätzlicher, massive Rötung mit Schmerzen sollten immer Anlass
zu einer umgehenden augenärztlichen Untersuchung sein.


Wichtig für Sie:
Besonders für die Operation selbst wird empfohlen, nicht mit dem eigenen
Fahrzeug zu kommen.

Information Nachstarlaserung

Nachstarlaserung
(Yag- Kapsulutomie)

Bei Ihnen wurde ein Nachstar (Trübung der Hinterkapsel nach Linsenoperation
durch eine Kapselfibrose) festgestellt.

Bei Ihnen wurde vor einiger Zeit der Grauer Star (fortgeschrittene Linsentrübung) operiert. Dabei wurde die trübe, eigene Linse gegen eine klare Kunststofflinse ausgetauscht. Dabei wird meist die hintere Linsenkapsel der ursprünglichen Linse erhalten, um die neue Linse an der Richtigen Position im Auge zu fixieren. Im Allgemeinen verläuft die Operation am Grauen Star ohne Komplikationen.


Bei ca. 5% der operierten Patienten kann sich in den ersten Jahren ein sogenannter
Nachstar bilden. Es handelt sich dabei um ein kleines Narbenhäutchen hinter der neuen Kunstlinse, was für eine langsam fortschreitende Sehverschlechterung und
seltener Streulichtphänomene verantwortlich ist.
Dieses Häutchen lässt sich bei Bedarf mit einer Lasertherapie (YAG-Kapsulotomie)
entfernen. Den Eingriff bieten wir auch in unserer Praxis an.


Die Sehleistung verbessert sich meist schon am Tage nach der Behandlung. Die Behandlung erfolgt ambulant.
Für die Operation wird das Auge wird weitgestellt, um die betroffene Linsenkapsel optimal zu behandeln. Für die Operation wird meist ein Kontaktglas auf das Auge aufgesetzt, daher wird vor dem Eingriff das Auge mit Augentropfen betäubt. Die Laserbehandlung selbst ist schmerzfrei.
Nach der Behandlung bekommen Sie Augentropfen mit, die Sie nach Anweisung des Operateurs nehmen sollen. Diese sollen das Risiko möglicher Komplikationen nach der Behandlung reduzieren.
Am Tag nach der Behandlung ist eine Kontrolle bei Ihrem Augenarzt notwendig.


Komplikationen

In seltenen Fällen kann es im Verlauf zu einem Augendruckanstieg kommen, ebenso können eine
Reizung des Auges oder Glaskörpertrübungen auftreten. Auch kleine Defekte der Linse („pits“)
können bei verstärkter Kopfbewegung auftreten.
Viel seltener sind Netzhautprobleme (z.B. Anschwellen der Netzhaut oder Netzhautrisse).
Plötzliche und massive Veränderungen, zum Beispiel mit Sehverschlechterung und
gegebenenfalls zusätzlicher, massive Rötung mit Schmerzen sollten immer Anlass
zu einer umgehenden augenärztlichen Untersuchung sein.


Wichtig für Sie:
Besonders für die Operation selbst, aber auch für die erforderlichen Nachkontrollen
bei uns sollten Sie nicht mit dem eigenen Fahrzeug kommen. Für die Behandlung
muss die Pupille weit gestellt werden und sie sind für einige Stunden fahruntüchtig..